"An der Spitze des Fortschritts" PDF Drucken E-Mail
Interview mit Holger Kallewegge, Bankhaus Sal. Oppenheim

Sal. Oppenheim ist eine der führenden Privatbanken Europas. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Vermögensverwaltung und dem Investmentbanking für vermögende Privatkunden und Firmenkunden. Seit Gründung im Jahr 1789 waren die Kölner Privatbankiers von Sal. Oppenheim ein Motor des Fortschritts – offen für neue Entwicklungen in Industrie und Wirtschaft, offen für Kunst und Kultur und natürlich immer für neue Finanz- Modelle. Ein Garant für ihr verantwortliches Handeln sieht die Bank in ihrer Unabhängigkeit. Sie ist die Basis der Entscheidungen und das Fundament des Erfolges: Sal. Oppenheim betreut und verwaltet ein Vermögen von derzeit 60 Milliarden Euro. Rund 1400 Mitarbeiter arbeiten an mehr als 20 Standorten in Deutschland und in Europa. Wir sprachen mit Holger Kallewegge, der die Personalentwicklung des Bankhauses leitet.

Profiler: Herr Kallewegge, Bankhäuser werden im allgemeinen als eher konservative Unternehmen wahrgenommen. Sie benutzen mit „The Profile“ ein innovatives Instrument, dass den deutschen Markt erst zu erobern beginnt. Wie kam es dazu?
Holger Kallewegge, Bankhaus Sal. Oppenheim:
Ein deutscher Politiker sagte einmal: Konservativ sein heißt, an der Spitze des Fortschritts zu schwimmen. Aber ernsthaft: „The Profile“ bietet so viele Vorteile, dass ich es mir nur noch schwer vorstellen kann, ohne es zu arbeiten.

Profiler: Was ist für Sie dabei das Wichtigste?
Holger Kallewegge:
Es gibt vor allem zwei Aspekte: Erstens hilft es uns, den richtigen Kandidaten für eine bestimmte Stelle zu finden, zweitens ist das Produkt gnadenlos preiseffizient. Und der Prozess von „The Profile“ zwingt uns selber zur Genauigkeit bei der Stellenbeschreibung. Früher war es die Regel, dass es ein eher vages Bild des Kandidaten gab. Man hatte eine Vorstellung davon, was dieser können muss – sozusagen 10 Punkte, von Englisch bis Excel – aber das ist nicht zu vergleichen mit der Exaktheit, die „The Profile“ uns bringt. Diese Disziplinierung ist ein Wert, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Wenn für alle am Prozess beteiligten klar ist, was für ein Profil der Proband haben muss, dann ist das für beide Seiten ein enormer Vorteil.

Profiler: Das heißt doch aber der Prozess wird für Sie aufwändiger?
Holger Kallewegge:
Keineswegs. Die Zeit und Mühe, die wir in die genaue Beschreibung des Profils investieren, erhalten wir mit Zins und Zinseszins zurück. Wie gehen wir vor? Heute suchen wir für eine Stelle circa 10 Bewerber aus und laden die für einen Recruiting Day zu uns nach Köln ein. Nachdem wir Ihnen einige fachliche Aufgaben gegeben haben, setzen wir dann die besten fünf an den PC und lassen sie „The Profile“ machen. Die Mitarbeiter, die wir nach dieser Methode eingestellt haben, werden bis jetzt ausnahmlos mit guten Kritiken bedacht. Um die Menschen so kennen zu lernen, wie wir sie mit „The Profile“ kennen gelernt haben, müssten wir sonst mindestens fünf Tage mit Ihnen verbringen. So dauert es eine Stunde, und es gibt eine Basis, auf der auch weitere Gesprächspartner aufsetzen können. So werden auch viele Redundanzen vermieden, denn keiner dokumentiert ein zweistündiges Vorstellungsgespräch. „The Profile“ sorgt für eine Objektivierung der persönlichen Eigenschaften, die dann auch von anderen einfach nachvollziehbar sind.

Profiler: Haben Sie sich persönlich auch profilieren lassen?
Holger Kallewegge:
Selbstverständlich. Ich erinnere mich noch gut daran, ich war der erste der es in unserem Haus getestet hat und es war ein: „Das-kann- ja-wohl-nicht-wahr-sein-Erlebnis!“. Die gefühlte Übereinstimmung mit meinem Selbstbild lag bestimmt bei 80 bis 95 Prozent. Ich habe das Ergebnis dann meinem Stellvertreter gegeben und ihn gefragt, wie lange er bräuchte, um diese Informationen über mich zu bekommen. Seine Reaktion war. „In der Tiefe? Die kriege ich nie!“. Ich gebe mein Profil auch gerne meinen Kollegen, denn es erleichtert die Kommunikation untereinander. Ein typisches Erlebnis hatte ich, als einer unser Partner aus der Bank ausschied und sein Zimmer aufräumte. Ich hatte ihm einige Monate zuvor mein Profile und mein PPI gegeben, aber wir hatten keine Gelegenheit gehabt, darüber zu sprechen. Am nächsten Tag nun fand ich die beiden Dokumente mit einer handschriftlichen Notiz: Wirklich erstaunlich!

Profiler: Der Partner hatte also kein Profil von sich gesehen?
Holger Kallewegge:
Wir setzen „The Profile“ im Moment vor allem für Neueinstellungen ein. Aber mein Ziel ist schon, dass es irgendwann für jeden bei uns im Hause eine Selbstverständlichkeit ist. Denn die Vorteile liegen klar auf der Hand: „The Profile“ verursacht so gut wie keinen Verwaltungsaufwand. Auf der anderen Seite haben wir unsere Aufwendungen für klassische Personalberater und Headhunter drastisch reduziert. Durch die Internetbasierung bekommen wir auch jederzeit ein unmittelbares Feedback, das ist wichtig für den Prozess.
 
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